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07/02/2010 Präzises Timing: Boxenstopps im ADAC GT Masters

Der erste Blick auf die Plichtboxenstopps im ADAC GT Masters kann Motorsportfans stutzig machen. Anstatt nach absolvierten Fahrerwechsel sofort loszubrausen, stehen die GT3-Boliden meist noch für einige Sekunden in den Boxen, oder die Piloten steigen wenige Meter vor erreichen der Boxenausfahrt noch einmal beherzt auf das Bremspedal.
Der Grund für das ungewöhnliche Verhalten in der Boxengasse ist einfach zu erklären: Im ADAC GT Masters zählt nicht der schnellste Stopp, denn die Teams kämpfen gegen eine ablaufende Uhr. Um für alle Teams und Fahrer gleiche Bedingungen zu schaffen, ist eine Mindestzeit für den Boxenstopp definiert. Gemessen wird die Mindestzeit, die auf den meisten Strecken bei 70 Sekunden liegt, zwischen Boxenein- und Boxenausfahrt. So ist es beim Boxenhalt nicht wichtig den schnellsten Fahrerwechsel zu absolvieren, gefragt ist vielmehr eine "Punktlandung", möglichst nahe an der vorgegebenen Mindestzeit.
Die Mindeststandzeit ist für die Teams eine ebenso grosse Herausforderung wie Boxenstopps gegen die Uhr. Ein präzises Timing beim Boxenstopp kann im ADAC GT Masters über Sieg und Niederlage entscheiden. Ist ein Stopp zu schnell und unterschreitet die Mindestzeit, droht eine Stop&Go-Strafe. Ist der Stop hingegen zu langsam, riskiert das Team gleich einige Positionen auf der Strecke zu verlieren.
Der Weg zum perfekten Boxenstopp im ADAC GT Masters ist eine Wissenschaft für sich, kein Team lässt sich bei der Jagd nach den entscheidenden Sekunden in die Karten schauen. Mit immer neuen Tricks und Kniffen versuchen die Teams der Mindestzeit möglichst nahe zu kommen, um nicht beim Boxenstopp wertvolle Sekunden zu verlieren.
Als einfachstes und beliebtestes Hilfsmittel dient eine Stoppuhr im Cockpit. Überquert der Fahrer die Zeitmesslinie am Boxeneingang, aktiviert er die Stoppuhr. Nachdem sich der Teamkollege anschließend mit dem Fahrzeug auf den Weg zurück auf die Strecke macht, hat er die bereits verstrichene Zeit immer fest im Blick und kann notfalls nochmals das Tempo verlangsamen, sollte er sich zu schnell dem Boxenausgang nähern.
Boxenstopps und Fahrerwechsel werden in den freien Trainings fleissig trainiert, dabei ermitteln die Teams akribisch die Zeit für die Einfahrt und Ausfahrt in die Boxen. Mit Schlagschrauber und Tankkannen müssen die Mechaniker im ADAC GT Masters in der Boxengasse allerdings nicht hantieren, denn gewechselt wird bei den Pflichtboxenstopps der ADAC GT Masters nur der Fahrer. Die Michelin-Einheitsreifen bleiben auf den Fahrzeugen, auch Nachtanken ist verboten. Dem Fahrer dürfen beim Fahrerwechsel maximal zwei Mechaniker assistieren.
Seit der Saison 2008 tragen die ADAC GT Masters der perfekten Boxenarbeit in einer eigenen Wertung, der Boxenstopp-Challenge, Rechnung. Die präziseste Boxenarbeit zeigte in der vergangenen Saison die Meistermannschaft von Abt Sportsline, vor Phoenix Racing und Mühlner Motorsport.
